Finanzspritze für energieeffizientes Sanieren und Bauen

20. August 2015     / /

Die deutsche Bundesregierung will bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Dieses ehrgeizige Ziel erfordert von Gebäudeeigentümern hohe Investitionen für die Sanierung oder den Neubau. Finanzielle Unterstützung dafür bieten die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

KfW verbessert Förderkonditionen ab 01.08.2015
Seit 1. August 2015 wurden die Förderkonditionen für Wohngebäude für das Programm „Energieeffizient Sanieren“ durch die KfW deutlich verbessert. Kommunen können zudem ab dem 1. Oktober 2015 auch Neubauten von Nichtwohngebäuden fördern lassen.

Meist führen Hausbesitzer eine energetische Sanierung schrittweise durch, um die finanzielle Belastung zu verteilen. Dies zeigt die von der Deutschen Energieagentur ausgewertete Förderstatistik der KfW. Dabei steht der Austausch alter Heizkessel an der Spitze der am häufigsten durchgeführten Maßnahmen gefolgt von der Erneuerung der Fenster.

Die Top 5 Einzelmaßnahmen der energetischen Sanierung bei Häuslebauern (Reihenfolge nach Umsetzung von häufig nach wenig)
1. Heizkesseltausch
2. Neue Fenster
3. Dachdämmung
4. Fassadendämmung
5. Heizungsoptimierung

Jede Einzelmaßnahme verringert die Energiekosten und kommt dem Klima zugute. Diesen Trend unterstützt die KfW im Programm „Energieeffizient Sanieren-Kredit“ und gewährt ab dem 1. August 2015 zusätzlich zum günstigen Darlehen einen Tilgungszuschuss von 7,5 Prozent für umgesetzte Einzelmaßnahmen, maximal 3.750 Euro je Wohneinheit.

Deutlich bessere Konditionen für Sanierung zum KfW-Effizienzhaus
Neben den günstigen Zinsen der KfW wurde die Kreditsumme von 75.000 Euro auf maximal 100.000 Euro pro Wohneinheit aufgestockt. Ein Teil des Kredits muss nicht zurückgezahlt werden und wird nach Abschluss der Maßnahmen als Tilgungszuschuss erstattet. Die Höhe staffelt sich nach dem erreichten energetischen Standard und wurde für alle KfW-Effizienzhäuser um 5 Prozent angehoben. Für ein KfW-Effizienzhaus 55 beträgt dieser bis zu 27.500 Euro je Wohneinheit.

Ist kein Kredit gewünscht, besteht die Möglichkeit eines Zuschusses für die energetische Sanierung eines Ein- oder Zweifamilienhauses oder einer Eigentumswohnung. Auch hier wurde der Zuschuss seit dem 1. August um 5 Prozent angehoben. Für ein KfW-Effizienzhaus 55 werden 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten gewährt. Das sind maximal 30.000 Euro je Wohneinheit. Für Einzelmaßnahmen, wie beispielsweise die Erneuerung der Fenster oder die Wärmedämmung der Fassade, beträgt der Zuschuss nach wie vor 10 Prozent, maximal 5.000 Euro pro Wohneinheit.

Unabhängig von der Anzahl der Wohneinheiten gilt die Förderung für alle Wohngebäude, für die vor dem 1. Februar 2002 der Bauantrag gestellt oder die Bauanzeige erstattet wurde.

Neubau und Sanierung kommunaler Nichtwohngebäude
Ab dem 1. Oktober 2015 fördert die KfW auch den Neubau energieeffizienter Nichtwohngebäude mit den Programmen „IKK-Energieeffizient Bauen und Sanieren“ und „IKU-Energieeffizient Bauen und Sanieren“. Mit einem zinsgünstigen Kredit werden 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten finanziert und zusätzlich ein Tilgungszuschuss in Höhe von 5 Prozent gewährt.

Die Förderkonditionen für die Sanierung von Nichtwohngebäuden verbessern sich ebenfalls zum 1. Oktober. Finanziert werden dann 100 Prozent der entstehenden Kosten mit einem zinsgünstigen Kredit. Außerdem gewährt die KfW auch einen Tilgungszuschuss für die Durchführung energetischer Einzelmaßnahmen, wie etwa die Dämmung der Fassade und das sind maximal 50 Euro pro Quadratmeter für ein KfW-Effizienzhaus 55.

Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz
Dieser beträgt 5 Prozent des Kreditbetrages, maximal 50 Euro pro Quadratmeter.

Alle aktuellen Fördermittel für energiesparende Maßnahmen
Neben den Förderprogrammen der KfW gibt es weitere interessante Möglichkeiten, Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite für den Einsatz erneuerbarer Energien oder für energiesparende Maßnahmen zu erhalten. Beispielsweise übernimmt die L-Bank Baden-Württemberg die verbesserten Konditionen des KfW-Programms „Energieeffizient Sanieren-Kredit“ und gewährt einen um 5 Prozent höheren Tilgungszuschuss. Doch wie an die richtigen Informationen kommen? Der BINE Informationsdienst bietet eine gute Übersicht über alle aktuellen Förderprogramme für private Investoren.

Während Förderprogramme für Privatleute oft sehr übersichtlich sind, ist die Suche nach Finanzierungshilfen für Gewerbe und Industrie sowie für Kommunen oft schwierig. Die Online-Datenbank Förderkompass Energie bietet hier Unterstützung mit umfangreichen und tagesaktuellen Informationen zu allen relevanten Förderprogrammen der Europäischen Union, des Bundes, der Bundesländer, der Kommunen und Energieversorger einschließlich Merkblättern und Antragsformularen. Eine komfortable Suche ermöglicht den schnellen Zugriff auf die gewünschten Programme.

Quellen:
1. BINE Newsletter Ausgabe August 2015

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