Der Energieausweis – Tipps beim Kauf und Neubau

20. Juni 2015     / / /

Bei Neubau, Änderung oder Erweiterung von Gebäuden ist nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) ein Energieausweis (ehemals Energiepass) auszustellen.

Dieser Blogartikel umfasst im wesentlichen die Grundlagen des Energieausweises, 10 Tipps beim Kauf einer Immobilie mit Energieausweis und 10 Tipps beim Neubau.

Was ist ein Energieausweis?
Gesetze wie die EnEV schreiben vor, welche energetischen Maßnahmen getroffen werden müssen. Das Gesamtresultat wird in die Energieeffizienzklassen A++ ≤ 10 kWh/m².a bis G > 250 kWh/m².a eingestuft. Beim Kauf oder bei der Vermietung eines Gebäudes haben Käufer bzw. Mieter somit Klarheit über den Energieverbrauch des Gebäudes.

Im Energieausweis ausgewiesen werden:

  1. Energiebedarf eines Gebäudes
  2. Primärenergiebedarf
  3. Allgemeine Daten wie die Anschrift, Flächenangaben, das Baujahr des Hauses und der
  4. Heizungsanlage sowie die Anzahl der Nutzungseinheiten

Im Energieausweis nicht ausgewiesen werden:

  1. Verbrauch von Fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdgas, Erdöl
  2. Verbrauch von Erneuerbaren Energiestoffen wie Holz, Pellets, Hackschnitzel
  3. Stromkosten

Das richtige Energiesystem
Stellen Sie sich vor Sie spielen Lego. Stein auf Stein und Klotz auf Klotz. Die Steine, die Sie richtig aufeinander legen, brechen auch später durch weitere Bauklötze nicht zusammen. So ist es mit den Energiesystemen in Gebäuden auch. Sie beginnen mit der Definition der Gebäudehülle bis hin zu den Fenstern und dem Dach.

Am Ende überlegen Sie sich welche Technik Sie einsetzen wollen – wie bekomme ich das Gebäude warm bzw. kalt? Diese Technik muss in das System des Gebäudes passen und bildet somit das Fundament für einen abgestimmten Betrieb.

Es ist wichtig zu wissen, dass gerade neben dem Bau die Technik im Mittelpunkt steht. Hier muss jedes Zahnrad ineinander greifen. Ansonsten ärgern Sie Sich ab dem ersten Tag, an dem es unbehaglich wird und die Energiekosten Sie durch Fehleinschätzungen doch auffressen.

Wie kann ein Energieberater weiterhelfen?
Durch mangelnde Fachkenntnisse werden Energieausweise oftmals nicht zielführend erstellt. Der Beratung entsprechend werden u.U. hohe Investitionskosten in Kauf genommen, um möglichst energetisch korrekt zu bauen und Fördergelder zu erhalten.

Durch den Fortschritt der Technik ist es für den Laien jedoch nur sehr schwer nachvollziehbar, was im Energieausweis zugrunde gelegt worden ist bzw. was im Umkehrschluss im Konzept für Einbußen stattfinden. Der Käufer o. Mieter haben dadurch insgesamt erhöhte Investitionskosten, sowie (oftmals) ein nicht harmonierendes Gebäude.

Deshalb ist es sinnvoll, einen akkreditierten Energieberater zu Rate zu ziehen beispielsweise aus dem Bereich Architekturwesen, Bauingnieurwesen oder der technischen Gebäudeausrüstung. Grundsätzlich gilt: Ein Energieausweis als Grundlage heißt nicht immer, dass alles in Ordnung ist was auf dem Papier steht. Ein offizielles Verzeichnis an Energieberatern finden Sie hier.

10 Tipps beim Kauf einer Immobilie (trotz Vorliegen eines Energieausweises)

  1. Die Beschaffenheit der Immobilie generell (Erster Eindruck)?
  2. Bewertung der Gebäudesubstanz durch einen unabhängigen Gutachter auf z.B. Feuchteschäden (Folge Schimmel).
  3. Baujahr und mittlere Lebensdauer des Wärmeerzeugers
  4. Aktuelle Stromkosten
  5. System zur Erwärmung der Nutzfläche – ist das auch Nachhaltig für Sie?
  6. Passt das eingebaute System auf den Wärmeerzeuger
  7. Wie wird das Trinkwasser erwärmt (oftmals sind das Stromfresser)
  8. Welche Fenster sind verbaut
  9. Welche Pumpen sind im Heizungssystem verbaut.
  10. Allgemein: Ist der Energieausweis nur so gut weil bsp. eine Solaranlage auf dem Dach ist?

7 Tipps beim Neubau einer Immobilie

  1. Setzen Sie die Investitionskosten zu den Verbrauchskosten auf 10 Jahre gegenüber.
  2. Lassen Sie sich beraten welche Technik für Ihr Gebäude die richtige ist.
  3. Der Erzeuger muss während der Planungsphase optimal mit dem System abgestimmt sein.
  4. Mit den richtigen Fenstern können Sie die Energiekosten um bis zu 10% senken. Lassen Sie sich die Fenster mit den entsprechenden U-Werten rechnerisch darstellen.
  5. Dasselbe gilt für den Kubatur des Gebäudes.
  6. Lassen Sie ein Energetisches Konzept vom Fachplaner erstellen.
  7. Durchdenken Sie das komplette System und setzen Sie nicht nur Einzelmaßnahmen um.

Wie Sie sehen sind es sehr viele Dinge die in Sachen Energiesystem in Betracht gezogen werden müssen – weit darüber hinaus sind die Möglichkeiten. Nur ein Fachplaner kann Sie hier umfassend beraten.

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